Fördern von ärztlichem Nachwuchs für die Region Mainschleife

„Dorf sucht Arzt“ und „Landarztquote“ – Ideen um dem vieldiskutierten zunehmenden Mangel an Landärztinnen und -ärzten entgegen zu wirken, gibt es viele. Auch im Landkreis Kitzingen beklagen immer mehr niedergelassene Ärzte, keinen Nachwuchs zu finden. Dem möchte der „Förderring Gesundheit Mainschleife Volkach e.V.“ um die Vorsitzenden Dr. Georg Klose und Dr. Stephan Unkelbach mit seinen Aktivitäten entgegen wirken.
In Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Universität Würzburg haben die beiden Ärzte eine Gruppe Medizinstudierende nach Volkach eingeladen, die im Rahmen des Förderprogramms „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ (BeLA) des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) auf eine spätere hausärztliche Tätigkeit in einer ländlichen Region vorbereitet werden. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhielten Mitte Dezember in der Würzburger Lehrklinik von Dr. Unkelbach –  der auf eine sehr lange Tätigkeit als niedergelassener Pädiater zurückblickt –  eine theoretische Einführung in das Thema „Kinder in der Hausarztpraxis“. Mitte Januar folgte nun der Praxisteil in einer Kinderarztpraxis vor Ort in Volkach. Die Studierenden konnten an drei Kinder-Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen und Untersuchungstechniken und das dazugehörige Beratungsgespräch mit den Eltern miterleben.
Zum Abschluss des Besuchs luden Volkachs 1. Bürgermeister Heiko Bäuerlein und der Förderring zu einem kleinen Umtrunk und Austausch mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in den historischen Sitzungssaal des Volkacher Rathauses ein. Fazit der Studierenden: „Ein wunderbarer Einblick in das ‚echte Leben‘ als Mediziner.“ Um die Begeisterung des hausärztlichen Nachwuchses für die Region auszubauen, sind bereits weitere gemeinsame Projekte in Planung. In der Medienübersicht findet scih das Foto der Studentengruppe mit Dr. Stephan Unkelbach in der Kinderarztpraxis.

Protokoll Mitgliederversammlung 2025

Mitgliederversammlung des "Förderrings Gesundheit Mainschleife Volkach e.V." 
Ort: Seminarraum Fachklinikum Mainschleife Volkach
Tag: 26.Nov. 2025 18:00 – ca. 20:30
Sitzungsleiter: Dr. Georg Klose
Anwesende: 25 Mitglieder, 1 Gast (gesamte Anzahl zahlender Mitglieder zum 26.11.2025: 88 )

Kurzprotokoll:
Einberufung zur Mitgliederversammlung erfolgte fristgerecht entweder per Mail, WhatsApp oder per Post mit Datum vom 03.11.2025.

Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden und Totengedenken . Tagesordnung laut Einladung.
Bürgermeister Heiko Bäuerlein bedankt sich in seinem Grußwort beim Förderring für die unermüdliche Arbeit des Förderrings für die Region der Mainschleife. Aktuell freut er sich über das Richtfest der Seniorentagespflege in der Friedensstraße vom Vortag, für die sich der Förderring seit 10 Jahren eingesetzt hat. Der Betrieb wird am 19. Jan. 2026 eröffnet werden.
Geschäftsführerin Christina Westphal-Jung gibt anschließend eine sehr informative Präsentation über das Unternehmen Fachklinikum Mainschleife einschließlich der 3 MVZs. Als Kennzahlen nannte sie 170 Mitarbeiter, 1700 stationäre und 1300 ambulante Operationen, 20 Fachärzte und 32.000! Patientenkontakte. Neben den bisher bekannten Schwerpunkten Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt minimalinvasive Chirurgie, Unfallchirurgie, Eingriffen am Knie, Fuß- , Schulter- und Handchirurgie ist seit dem letzten Jahr die Abteilung Ästhetik ( https://aesthetik-fkm.de ) neu eröffnet worden, welche neben wiederherstellenden Eingriffen auch Schönheitsoperationen und Injektionsbehandlungen vornimmt. Seit diesem Jahr operiert in den Räumen der Klinik auch ein Augenarzt. Der Förderring freut sich besonders über die Information, dass einige Ärzte in Facharztweiterbildung beschäftigt sind.
Im Bericht des Vorstandes referieren Stephan Unkelbach und Georg Klose abwechselnd. Letzte Mitgliederversammlung fand am 11. Nov. 2024 statt. Weihnachtsmusik für Patienten wurde 2024 wegen damals nur wenigen stationären Patienten abgesagt. Am 12.02.25 hatten die beiden Vorsitzenden des FGMV ein Treffen mit den Leitungen der Seniorenheime in Volkach Frau Süß und Frau Fischer sowie dem Leiter der Berufsfachschule für Pflegeberufe SW Herrn Pape mit dem Ziel einer Kooperation zur Rekrutierung von Pflegekräften in den Seniorenheimen. Am 22.02.2025 nahm Stephan an einem Onlinetreffen mit der „Gesundheitsregion plus SW“ teil. Es ging um Weiterbildungsförderung zur Ausbildung von Kinderärzten und Ärzten für Allgemeinmedizin. Stephan bekam die Zusage auch als Arzt an der Mainschleife diesem Weiterbildungsverbund beitreten zu können und im Wechsel zwischen Klinik und Lehrpraxen ihre Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin absolvieren können. Dies wurde dann auch den örtlichen Kollegen mitgeteilt.
Die Geburtshilfe im KKL hatte in den vergangen Jahren Probleme die Zahlen zu erreichen, welche zum Erlangen von Fördermitteln notwendig sind. Wir hatten im vergangen Jahr mit 2 Veranstaltungen die hohe Leistungsfähigkeit der Abteilung im nördlichen Landkreis publik gemacht. Die steigenden Zahlen zeigen einen gelungen Trend, der sicherlich auch auf die Arbeit des Förderrings zurückzuführen ist. Beachtenswert ist der gegenläufige Trend im Rest der Bundesrepublik zu sinkenden Geburtenzahlen. Daher wird der FGMV diese Unterstützung für das KKL fortführen. Die Akademie für medizinische Fortbildung (AmF) des FGMV hat unter Leitung von Stephan am 30.04. und 14.05.2025 je ein Seminar für Studenten und Ärzte abgehalten: „Update Impfungen nach den Richtlinien des RKI“. Zur Kooperation mit dem Lehrstuhl für Allgemeinmedizin der Uni Wü berichtet Stephan: er hat eine Powerpoint – Präsentation zur „Entwicklungsdiagnostik bei Kindern“ für die Studenten erstellt. Am 09.07.2025 fand dann ein praktisches Seminar zu dem Thema mit praktischen Übungen und Anleitungen durch Stephan in den Räumen der Kinderarztpraxis Quattländer statt. Danach Get together mit interessanten Gesprächen der Studenten mit Ärzten der Mainschleife. Es zeigt sich schon ein Erfolg der Bemühungen: bis dato 3 Interessenten an einer Tätigkeit als Allgemein-Ärzte an der Mainschleife / PJ in Praxis Becker/Thum.
Zur Seniorentagespflege: im Juli 2025 Spatenstich, am 25.11.2025 Richtfest für eine Anlage, die sehr gut aussieht und funktionell schon voll vorinstalliert ist.
Über die Fortschritte bezüglich des Neubaus des Seniorenheimes Bürgerspital kann Frau Süß berichten, dass aktuell viele Vorarbeiten zur Erlangung von Fördergeldern erarbeitet werden. Bezüglich des Seniorenheims des ASB kann ein geordneter Betrieb festgestellt werden.
Am 29.10.2025 fand eine Sitzung von Beirat und Vorständen statt. Die Mitgliederversammlung wurde vorbereitet, über die Aktivitäten die oben geschildert sind haben Stephan und Georg berichtet. Die Probleme mit Nachwuchsgewinnung wurden gründlich analysiert. Dies betrifft nicht nur Ärzte sondern auch Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Apotheker u. a.
Kassier Uschi Beuerlein legt alle Zahlen klar und übersichtlich vor. Die Prüfung übernahm der frühere Kassenprüfer Johann Wehr, da Peter Haupt aktuell nicht in der Lage war. Er bescheinigt eine fehlerfreie Buchführung. Die Entlastung des Vorstandes erfolgt einstimmig ohne Gegenstimmen bei Enthaltung der Vorstände.
Neuwahl von 1. u.2. Vorsitzenden, Schriftführer, Kassier, 5 Beiräte, 2 medizinische Berater. Wahlleitung übernimmt Margit Hofmann. Die Mitglieder stimmen einer Wahl durch Akklamation zu. Gewählt wurden: Vorsitzender Dr. Stephan Unkelbach, 2. Vorsitzender Johannes Nüßlein. Kassier: Uschi Beuerlein, Schriftführer Johannes Unger, Beiräte: Gerlinde Martin, Anja Hirt, Michael Schopf, Dr. Andreas Hölscher, Dr. Georg Klose. Medizinische Berater: Bettina Süß und Dr. Verena Becker. Kassenprüfer: Katharina Schulz.
Die Kandidaten wurden alle einstimmig gewählt, keine Gegenstimmen, nur Enthaltung der Kandidaten. Alle nahmen die Wahl an.
Ausblick für 2026:Werben für ärztlichen Nachwuchs, Beratung und Unterstützung im Bereich der Seniorenversorgung im stationären und ambulanten Sektor
Organisieren von Fortbildungsveranstaltungen z.B. Impfungen, Freizeitangebote an der Mainschleife für Studenten im Praktischen Jahr und Weiterbildungs-Assistenten in KKL und Praxen, Fördern der Geburtshilfe KKL, Unterstützung der Klinik Volkach, Werben um neue Mitglieder des FGMV e.V.
Stephan informiert mittels Powerpoint-Präsentation über das aktuelle Infektionsgeschehen.
Als Überraschung - außerhalb der Tagesordnung - informiert Stephan über die Arbeit des scheidenden Vorsitzenden Georg unterstützt durch Powerpoint.
Nachdem bei Wünsche und Anträge keine Nennungen waren wird die Veranstaltung mit einem Smal Talk beendet, zu dem die Geschäftsführung der Klinik Getränke dankenswerter Weise bereitgestellt hatte.

gez.: Dr. Georg Klose Margit Hofmann
1. Vorsitzender Schriftführerin

40 Jahre Förderring

40 Jahre Förderring

Jubiläumsfeier

Die Gründungsidee und Initiative für die Gründung eines Fördervereins für das Kreiskrankenhauses Volkach geht auf das Jahr 1976 zurück. Karl Englert und der Chefarzt Dr. Heinz Otte wurden sich einig, dass eine solche Vereinsgründung erfolgen sollte.

1977 wurde der "Förderring Kreiskrankenhaus Volkach e.V."  gegründet und 1978 ins Vereinsregister eingetragen.

Die Namesanpassung nach der Übernahme der Klinik durch einen privaten Krankenhausträger 1993 - erst Asklepios GmbH und dann Helios GmbH - erfolgte mit der neuen Vereinsbezeichnung "Förderring Krankenhaus Volkach e.V."

Die Strukturveränderungen im Gesundheitswesen ließen eine weitere Anpassung des Namens und der satzung zur Unterstützung der  Gesundheitsversorgung an der gesamten Mainschleife sinnvoll erscheinen. 2016 wurde der neue Name "Förderring Gesundheit Mainschleife Volkach e.V." ins Vereinsregister am Amtgericht Würzburg eingetragen.

Im Jahr 2017 sind es 40 Jahre seit der Gründung des Vereins. Dies soll auch gebührend gefeiert werden.

Vom Distriktskrankenhaus zur HELIOS Klinik

Vom Distriktskrankenhaus zur HELIOS Klinik

Zur Geschichte des Krankenhauswesens in Volkach

Der Dienst an kranken Menschen war lange Zeit eine Aufgabe, die im Kreis einer Großfamilie geleistet wurde. Nur für arme, alleinstehende und fremde Patienten wurden
frühzeitig eigene Häuser eingerichtet, in denen jene, die Hilfe brauchten, aufgenommen wurden. Waren es zunächst Klöster und Ritterorden, die Hospitäler errichtet hatten, so überwogen seit dem frühen 14. Jahrhundert bürgerliche Gründungen in den aufblühenden Städten. In ihnen wurden aber nicht nur kranke, sondern auch alleinstehende, arme und alte Menschen mit Nahrung, Unterkunft und Pflege versorgt. Das Bürgerspital in Würzburg, eine Stiftung der Patrizierfamilie von Steren aus dem Jahre 1319 ist wohl das beste Beispiel in Franken.

Julius Echter setzte Maßstäbe im Mittelalter

Im Gegensatz zu dem weit einseitiger konzipierten modernen Krankenhaus war eine der Hauptaufgaben des mittelalterlichen Spitals die Herstellung eines sozialen
Lebenszusammenhanges für einsam und sippenlos Gewordene. Und als Julius Echter 1579 mit dem Juliusspital ein großes und allgemeines Krankenhaus gründete, war das zwei Jahrhunderte die größte Anlage dieser Art in Deutschland. Aber neben der bisherigen Zielsetzung wurden immer stärker medizinische Versorgung und auch medizinische Forschung und Lehre in den Mittelpunkt gerückt.

Das „Seelhaus“ neben der Michaeliskirche (1504)

Die fränkische Kleinstadt Volkach orientierte sich auch in dieser Hinsicht nach dem Vorbild der hochstiftlichen Landeshauptstadt. Waren es wohl zuerst die frommen Frauen vom Kirchberg, die Beginen, die kranke Menschen weitgehend daheim versorgten und pflegten, so ist 1462 bereits von einem "Siechhaus" die Rede, dem eine fromme Zustiftung zugedacht wurde. Dieses Haus stand sicher weit außerhalb der Stadt, weil in ihm vor allem Leprakranke untergebracht waren. Eine weitere Stiftung war das Seelhaus in der oberen Vorstadt neben der heutigen Michaelskirche. Eine Zeichnung im Salbuch von 1504 gewährt uns Einblick in die einfache Einrichtung einer damaligen Krankenstube.

Das neue Distriktkrankenhaus (1857)

Mit Fürstbischof Julius Echter beginnt in Volkach ein neuer Abschnitt im Spitalwesen. 1607 gründete er auch hier ein Juliusspital, das genauso wie in Würzburg sicher breit gefächerte Aufgaben zu erfüllen hatte. Eine alleinige Aufgabe als Krankenhaus im heutigen Sinne erfüllte erst eine Neugründung vor 140 Jahren. Die Distriktsgemeinde Volkach, ein Zusammenschluss aller Gemeinden an der Mainschleife, soweit sie zum alten Landgericht Volkach gehörten, war zuständig für das Gesundheitswesen. Ihr oblag der Unterhalt des Landarztes und der Hebammen und sie hatte auch die Unterhaltspflicht für ein Krankenhaus. So erwarb die Distrikts- verwaltungsbehörde das leerstehende Haus Sommeracher Straße 14 und eröffnete am 15. Mai 1857 das Distriktkrankenhaus Volkach.

Das Haus (siehe Bild) besaß unter anderem eine eigene Kapelle und ein separates Badehaus, war also schon entsprechend eingerichtet. Am Eröffnungstag wurde als erster Patient der 60jährige "Ökonomieknecht" des Strehlhofs Adam Haberkorn, geboren in Eichfeld, aufgenommen. Am 28. Mai 1857 erfolgte dann die "feierliche und legale Übergabe der Krankenpflege und des Haushaltes daselbst an die Schwestern des Ordens der „Töchter vom göttlichen Erlöser", welche kurz vorher, im Oktober 1854 vom nieder-elsässischen Niederbronn-les-Bains in ihre erste Niederlassung nach Würzburg gekommen waren.

Nach Auflösung fast aller katholischen Ordensgemeinschaften am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es gerade nach 1840 zahlreiche Neugründungen. Dazu gehörte auch die 1849 von Maria Alphonse Eppinger gegründete Schwesterngemeinschaft, die sich vornehmlich der Krankenpflege widmete. Der bayerische König zögerte lange, die "vom Ausland abhängige Schwesternschaft" staatlich zu genehmigen, und auch der Bischof drängte auf Loslösung vom Mutterhaus im Elsass. Am 6. Juni 1866 erfolgte die staatliche Anerkennung, und am 15. Juni errichtete Bischof Georg Anton Stahl eine eigene Würzburger Kongregation, wenn auch gegen den Widerstand der Schwestern, welche die Abspaltung verhindern wollten.
Nur wenige Jahre später, im deutsch-französischen Krieg 1870/1871 hatte das neue Krankenhaus seine erste Bewährungsprobe zu bestehen. Die ärztliche Versorgung im Distrikts-Hospital oblag damals noch Belegärzten, vor allem dem Landarzt. Im Jahre 1895 begann die Distriktsgemeinde, ein neues Gebäude für das Krankenhaus zu errichten. Nach dem Durchbruch durch die Stadtmauer an der früheren Eiergasse, bzw. jetzigen Spitalstrasse öffnete sich Volkach nach Osten.

Krankenhausneubau (1897)

Ein neues Viertel entstand. Neben dem Neubau des Bürgerspitales von 1878/79 wurde an der Ecke Schaubmühl-Obervolkacher Straße ein Grundstück erworben und in den früheren Weingärten in den Jahren 1895 bis 1897 ein für die damalige Zeit geräumiger Neubau errichtet (Bild 3). Er umfasste den Hauptbau an der Straßenecke, einen Isolierbau und eine Liegehalle. Die ersten beiden waren durch einen überdachten Gang miteinander verbunden.

Belegkrankenhaus (1930)

Auch dieses Haus war als Belegkrankenhaus konzipiert, in dem z.B. 1914 insgesamt 27 Betten zur Verfügung standen, die von Dr. Hermann Schweißner und später von Dr. Jakob Engel versorgt wurden. Diese Form des Belegkrankenhauses dauerte ohne wesentliche Veränderungen bis in die unmittelbare Nachkriegszeit 1945, wenn auch inzwischen kleinere bauliche Verbesserungen vorgenommen wurden, so z.B. schon in den vierziger Jahren der Ersatz des Flachdaches am Hinterbau durch ein Satteldach oder der Ausbau dieses Dachraumes (Bild 4).

Anstaltskrankenhaus (1946)

Eine entscheidende Änderung brachten das Kriegsende und die Zerstörung Würzburgs, der auch zahlreiche Krankenanstalten zum Opfer gefallen waren. Die medizinische Universitätspoliklinik fand Zuflucht in Volkach und richtete 1945 eine eigene Bettenstation ein. Das führte naturgemäß zu einem enormen Aufschwung und zu der Umwandlung von einem Belegkrankenhaus in ein Anstaltskrankenhaus, mit festangestellten, hauptamtlich tätigen Ärzten. Neben Dr. Naumann kam im Oktober 1946 Dr. Lutz Reinäcker an die Volkacher Klinik.

Als die Poliklinik wieder nach Würzburg zurückkehrte, entschloss sich der damalige Landkreis Gerolzhofen, ab 1. November 1949 den Betrieb weiterzuführen und stellte Dr. Reinäcker als Chefarzt für die Innere Abteilung an. Unterdessen wurden wiederum bauliche Erweiterungen vorgenommen: Der vordere Trakt wurde umgebaut, Küche, Treppenhaus und Teeküchen, sowie weitere Krankenzimmer eingerichtet, wodurch die Bettenzahl, zusammen mit der Anmietung im benachbarten Bürgerspital auf 68 stieg. Dreißig standen der Inneren Station zur Verfügung, vier für Entbindungen und 25 für die neue Chirurgische Abteilung, die zusätzlich zuerst neun, später sogar 13 Betten im Bürgerspital belegte, denn mittlerweile hatte auch der in Volkach ansässige Facharzt für Chirurgie, Dozent Dr. Günther Bahls die Erlaubnis erhalten im Krankenhaus chirurgische Fälle zu behandeln und zu operieren. 1953 folgte ihm Dr. Friedrich Heck in der Chirurgischen Abteilung und 1965 Dr. Heinz Otte erstmals als hauptamtlicher Chefarzt für Chirurgie. Die Innere Abteilung leitete bis 1974 Dr. Lutz Reinäcker. Nach seinem Ausscheiden wurde das Volkacher Krankenhaus völlig auf Chirurgie umgestellt.

Wechsel des Krankenhausträgers (1972)

Die ständige Raumnot zwang die Verantwortlichen, zuerst den Kreistag in Gerolzhofen, ab 1972 jenen in Kitzingen, laufend zu Investitionen, um neben weiteren Krankenzimmern auch Personalunterkünfte und Schwesternzimmer zu schaffen. Ebenso wurde für die Verbesserung der Einrichtung und den Bau neuer Operationssäle Enormes geleistet, um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Plan und auch ein Kreistagsbeschluss vom 20. Juni 1969 sahen sogar eine Erweiterung der Kapazität auf 100 Betten vor. Die Stadt Volkach hatte sich bereit erklärt, 200 000 DM sowie das Gelände des Bürgerspitals beizusteuern. Aber die Landkreisreform ließ 1972 Pläne und Beschlüsse Makulatur werden.

Eine richtige, ja entscheidende Veränderung war der Abzug der Klosterfrauen zum 1. April 1975. Der fehlende Nachwuchs und die Überalterung in den Ordensgemeinschaften hatten zu diesem für das Kreiskrankenhaus Volkach schmerzlichen Verlust geführt. Nahezu 118 Jahre, seit 1857, dem Beginn dieser Einrichtung in der Sommeracher Straße, hatten die Schwestern ihren Dienst an den kranken und hilfsbedürftigen Menschen geleistet und sehr viel persönlichen, ja menschlichen Kontakt aufgebaut, um eine möglichst ganzheitliche Pflege zu erreichen.

Kreiskrankenhaus (1980)

Der Förderring Kreiskrankenhaus Volkach, gegründet 1977 / 78, hat dann später versucht, auf seine Weise manche Aufgaben zu übernehmen und die außermedizinische Betreuung aufzubauen.
Durch die Landkreisreform 1972 kam eine große Gefahr auf das Volkacher Haus zu. Der neue Landkreis Kitzingen musste für fünf Krankenhäuser sorgen, in Dettelbach, Iphofen, Marktbreit. Kitzingen und Volkach. In mehreren Beratungen des Kreistages, jeweils energisch unterstützt von der Öffentlichkeit fiel dann im Juli 1979 die Entscheidung für ein neues Haus in der Kreisstadt und für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Volkach, vor allem wegen der guten Ausstattung, wegen seines guten Rufes und wegen der unzureichenden verkehrsmäßigen Anbindung des Volkacher Raumes an Kitzingen (Bild 5).

Medizinische Innovationen (1980-1993)

Der fortwährende Anstieg der Patientenzahl rechtfertigte im Nachhinein diese Entscheidung. Mit der Unterstützung wichtiger Politiker auf allen Ebenen (v. Prümmer, Rosenbauer, Stamm) gelang es, das Volkacher Haus in den Krankenhausbedarfsplan aufzunehmen und für einen weiteren Ausbau vorzusehen.
So wurde 1980 die Röntgenabteilung ausgebaut und 1986 als neue Abteilung die Anästhesie eingerichtet. 1990 kamen ein völlig neuer Operationstrakt und neue Krankenzimmer für 5,7 Mio. DM hinzu. Auch in der ärztlichen Leitung gab es eine entscheidende Veränderung. Der bisherige Oberarzt Dr. Georg Klose löste 1986 Dr. Heinz Otte als Chefarzt ab. Hatte Dr. Otte den Ruf des Hauses als Erfinder des Plansee-Otte-Niob-Marknagels gefestigt, so wurde sein Nachfolger bereits 1987 durch die Einführung der minimal-invasiven Operationstechnik bekannt.
Eine endgültige Entscheidung für das Kreiskrankenhaus Volkach schien im Oktober 1991 der Plan für dessen weiteren Ausbau zu sein. 19,6 Mio. DM sollten investiert und eine Innere Abteilung mit zwei Internisten wieder eingerichtet werden.
So zuversichtlich diese Planung vom Herbst 1991 aussah, genau so deprimierend war im März 1992 die Feststellung, dass ein vermutetes jährliches Defizit in  Millionenhöhe vom Landkreis nicht mehr getragen werden könne.

Privater Krankenhausträger (1993)

Die Zitterpartie für den Erhalt des Kreiskrankenhauses Volkach ging in eine neue und wie sich zeigte entscheidende Runde. Die Mandatsträger der Mainschleife wurden
wiederum aktiv, und der Förderring rief auf zu einer groß angelegten Unterschriftenaktion. Bei einer Bürgerversammlung zeigte sich, wie stark das Engagement der Öffentlichkeit für "ihr Haus" war.
Als Ausweg zeigte sich die Überführung des bisherigen Kreiskrankenhauses in eine private Trägerschaft. Die Vorbereitungen für den weiteren Ausbau gingen trotzdem
planungsgemäß weiter.
Viele Verhandlungen der Landkreisverwaltung und des Landrates Dr. Siegfried Naser mit möglichen Trägern führten schließlich dazu, dass zum 1. Oktober 1993 die Asklepios Kliniken GmbH Kronberg das Kreiskrankenhaus Volkach übernahm und den weiteren Ausbau weiterhin mit großzügiger staatlicher Förderung vorantrieb.
Im Oktober 1996 war der erste Bauabschnitt mit einem neuen Bettentrakt fertig, und im Oktober 1997 ist nun das ganze Haus umgebaut, gründlich saniert und auf den neuesten Stand der Krankenhaustechnik gebracht.
Geändert hat sich allerdings nicht nur die Trägerschaft sondern erneut die Betriebsform.
Aus einem Anstaltskrankenhaus (seit 1949) wurde wieder ein Belegkrankenhaus mit 46 Betten, dem eine Gemeinschaftspraxis von fünf Ärzten angegliedert ist.
Und im September 1997 hat schließlich die HELlOS Kliniken GmbH Grebenhain im Wege einer Realteilung das Haus allein übernommen und ihm den Namen HELlOS Klinik Volkach gegeben.
Die Bürger an der Mainschleife hoffen nun, dass auch diese Lösung richtig war und dass das "Krankenhaus Volkach" und die Ärzte, die dort arbeiten, ihren Ruf und fachlichen hohen Stand nicht nur im unmittelbaren Bereich des Umlandes, sondern auch weit darüber hinaus erhalten und ausbauen können.
Herbert Meyer
Beitrag in der Festschrift zur Einweihung des Neubaus der Helios Klinik Volkach am 24.10.1997

Neujahresempfang 2017

Neujahresempfang 2017

Mit dem Neujahresempfang startet unser Verein ins neue Jahr 2017.

In den Ausführungen von Bürgermeister Peter Kornell, ärztlichem Direktor Dr. Gerhard Menger, Klinikgeschäftsführer Dr. Christian Kloeters und Dr. Georg Klose wurde die aktuelle Situation um die Gesundheitsversorgung an der Mainschleife anschaulich und klar präsentiert.
Frau Claudia Hänse stellte sich als die neue Assistentin der Geschäftsführung der Helios Klinik Volkach vor. Sie übernimmt das Tagesgeschäft des Klinikmanagements während Dr. Kloeters jetzt gleichzeitig für die Klinik Volkach und Kronach zuständig ist. Wir wünschen Beiden eine glückliche Hand und viel Erfolg.